Folge 08: Jonah: Betheljahr im Praxisbereich Menschen mit Beeinträchtigungen
Shownotes
In dieser Episode des Betheljahr Podcasts begrüßt Gastgeberin Kathleen Knost ihren Gast Jonah, der von seinem vielseitigen Freiwilligenjahr in Bielefeld berichtet. Die Folge stellt Jonas Einsatzorte – den Urlaubstreff im Haus Siloah und den Weckdienst im Haus Havila mit Autismusschwerpunkt – vor und gibt einen Ausblick auf die Themen Pflege, Betreuung von Menschen mit Behinderung und Autismus sowie persönliche Erfahrungen und Herausforderungen im Freiwilligendienst.
Zu den Höhepunkten der Episode zählen Jonahs Schilderungen besonders emotionaler Momente mit Klient:innen, seine Überwindung von Berührungsängsten in der Pflege, die einfühlsame Arbeit mit Menschen mit Autismus und die Bedeutung von Geduld und Empathie im Alltag. Besonders eindrucksvoll sind die Erzählungen über die Entwicklung von Beziehungen zu den Klient:innen, das Therapiepferd als Highlight für die Gruppe sowie Jonahs Reflexionen über seine persönliche und berufliche Entwicklung.
Transkript anzeigen
00:00:01: Boah, einer der schönsten Momente.
00:00:03: Also da ist eigentlich heute passiert.
00:00:07: Einfach so Charaktere die einfach so präsent sind und so einladend und so cool also Leute, die so megaherzig sind das bleibt voll hängen.
00:00:21: Und als ich dann da meine ersten Tage im Oktober so reingelaufen bin morgens, war es echt super befremdlich und zwar so komisch die Intimsphäre von Menschen so extrem zu durchbrechen.
00:00:31: Weil man sie ernacht sieht und halt pflegen muss und so... Jetzt ist deine Zeit.
00:00:38: der Beteljahr Podcast von Freiwilligen für Freiwilliger!
00:00:46: In dieser Folge spreche ich mit Jona über sein wie ich finde sehr vielseitiges Beteljar in Bielefeld.
00:00:53: Sein Betelja hat ganz viele verschiedene Facetten.
00:00:57: Es reicht von Pflege bis hin zur Betreuung von Menschen mit Autismus, über all diese Themen werden wir heute sprechen.
00:01:05: Mein Name ist Kathleen Knost und ich freue mich, dass du da bist, Jona.
00:01:09: Jona erzähl mal wo arbeitest du denn?
00:01:11: Ja ich arbeite im Urlaubstreff in Haus Siloa und mache da mein Beteljahr jetzt seit ein paar Monaten und damit erneihr geht auch das sich auch in Haus Havila arbeitet.
00:01:20: Das ist ein Haus mit Autismusschwerpunkt.
00:01:22: Ah, okay.
00:01:23: Darüber möchte ich auf jeden Fall gleich noch mit dir sprechen.
00:01:26: Jetzt komme ich erstmal auf den Urlaubstreff zurück.
00:01:29: Erzähl doch mal was ist denn der Urlaubstreff überhaupt für die Hörer, die das jetzt vielleicht noch nie gehört haben?
00:01:34: Genau!
00:01:35: Der Urlaubstraff ist ein bisschen so eine Tagesgestaltenes Angebot für Menschen mit Behinderung, die im Betel wohnen.
00:01:41: wir betreuen Suche oder Gäste aus sieben Häusern insgesamt circa hundertsechzehn genau weiß ich es nicht aber irgendwie sowas wird sein und Wochenrhythmus zu uns für eine Woche insgesamt und verbringen eben ihren Urlaub bei uns.
00:01:56: Voraussetzung dafür ist, dass sie einen Platz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung haben.
00:02:01: Genau!
00:02:01: Und wir sorgen so ein bisschen für die lockeren Wochen zwischen der Arbeit.
00:02:08: Auf jeden Fall ja ich war auch mal bei euch zur Besuch und ich muss echt sagen es ist so eine ganz besondere Atmosphäre, die ihr habt.
00:02:15: vielleicht kannst du auch einmal Beschreiben, was habt ihr so für Räume?
00:02:18: Die sind ja auch ein bisschen besonders.
00:02:20: Genau wir haben in Haus Siloa zwei Gruppen.
00:02:24: es ist so ein bisschen aufgebaut dass wir immer die Gäste aufteilen und Menschen die viel Bewegungsdrang haben.
00:02:31: dafür haben wir oben eine Tourenhalle mit einem großen Trampolin Und ganz viele Sitzmöglichkeiten, Sofas Fernseher Auch so ein Rückzugsraum, der so abgedunkelt ist.
00:02:43: Wo man auch so einen Sternprojektor anmachen kann und eine Lava-Lampe ist da natürlich auch eine Küche und so ist ja auch wichtig.
00:02:51: Essen gibt es bei uns auch.
00:02:53: Und unten haben wir dann eher so einen kleineren Raum, der ist so ein bisschen wohnzimmerartig würde ich sagen also mit Sofas und einem großen Tisch.
00:03:00: Wir haben auch Pflegebetten natürlich genau
00:03:04: Ja, also mein persönliches Highlight.
00:03:06: Auf jeden Fall eure Touren-Hello!
00:03:07: Ihr habt nämlich ein Indoor-Trampolin.
00:03:11: Ja das ist richtig cool.
00:03:12: Also auch für Leute die gar nicht bei euch im Urlaubstreff sind wie mich jetzt, die nur zu besucht haben.
00:03:17: aber es ist supercool einfach.
00:03:19: Vielleicht kannst du noch ein bisschen mehr von Eiern Klienten erzählen vielleicht für die Leute, die das gar nicht so kennen?
00:03:26: Wer kommt zu euch und wann kommen sie zu euch?
00:03:30: Also was bei uns so ein bisschen das Besondere ist, dass wir die komplette Bandbreite haben von BIS.
00:03:35: Also Voraussetzung ist wie gesagt einen Platz in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung und es gibt total fitte Leute, die körperlich richtig fit sind und auch geistig viel können und mit denen man noch richtig viel machen kann also Spiele spielen, Ausflüge machen oder einfach ganz normal mit den Quatschen.
00:03:53: Das ist total cool!
00:03:54: Wir haben auch Leute auf Mehrhilfe angewiesen, die auch im Rollstuhl sitzen und eben sehr bewegungsunfähig sind.
00:04:02: Also die reden können, die nicht reden können Autisten, Nicht-Autisten viele Leute mit Epilepsie und so.
00:04:09: Okay wie lange machst du dein Beteljahr jetzt schon?
00:04:12: Ich mache mein Betel jahr seit dem ersten Zehnten das sind neun Monate.
00:04:17: Ja ja also schon recht lange.
00:04:21: Jetzt geht es langsam dem Ende zu.
00:04:24: wenn ihr so zurück schaust auf den beteljahr was würdest du sagen war so Der schönste Moment oder einer der schönsten Momente, die du bis jetzt erlebt hast?
00:04:35: Einer der schönste Momente... Also da ist eigentlich heute passiert.
00:04:39: Weil gerade sehe ich so die Gruppen zum letzten Mal weil dir also im Wochenrhythmus übers Jahr verteilt kommen und das eine Klientin und wir verstehen uns so gut und ich finde sie so cool und ich hoffe sie findet mich auch cool, ich glaube zumindest Und ich habe ja heute erzählt dass es das letzte mal ist, dass wir uns sehen in diesem Rahmen.
00:04:59: dann Man besucht mich mal und hat sie meine Hand gekürzt.
00:05:03: Es war richtig süß, das war voll der schöne Moment.
00:05:06: Aber an sich ist relativ nette Arbeit so.
00:05:09: Wir machen halt schöne Dinge mit den Leuchten.
00:05:11: Deswegen gibt es eigentlich voll viele schöne Momente.
00:05:14: Das war das Highlight der letzten Zeit.
00:05:17: Ja, das klingt richtig gut!
00:05:18: Voll die Süße auf jeden Fall.
00:05:21: Und du hast auch gerade erzählt, dass du wegdienst machst?
00:05:26: Erzähl mal was ist das?
00:05:28: Genau, der Wegdienst ist auch ein Dienst, der jeden Morgen von sieben bis acht oder dreißig stattfindet.
00:05:35: Weil man im Urlaubstreff an sich nicht auf eine volle Stelle kommt, weil wir Öffnungszeiten haben vor neun bis fünfzehn Uhr oder Arbeitszeiten vor neune bis fünfzen Uhr und ein Beteljahr ist ja eine voller Stelle Und deswegen müssen die Beteljäre im Urlaubs- treff Wegdienste machen.
00:05:49: Ich mache den in Haus Havila.
00:05:50: Das ist wie gesagt ein Haus mit Autismus Schwerpunkt, eine Wohngruppe.
00:05:55: da wohnen Vielleicht zwanzig Menschen mit Behinderung auch.
00:05:58: Und da bin ich morgens eben immer anderthalb Stunden und hab da meine zwei Leute, die ich jeden Morgen pflege, das heißt aus dem Bett holen, duschen anziehen ... und so fertig machen, dass sie den Tag starten können um zur Werkstatt zu fahren oder in Urlaub stressen?
00:06:15: Mhm, auf jeden Fall!
00:06:17: Wenn du sagst, du pflegst dich, Pflege ist ja für viele auch so ein Thema wo einige so ein bisschen Berührungsängste haben.
00:06:24: Wie war das für dich?
00:06:26: Ich habe mich da auch etwas schwer mitgetan am Anfang, also ich hatte auch schon Berührungsengste und bin aber halt noch nie damit in Kontakt gekommen.
00:06:33: Es war komplett neu für mich!
00:06:35: Und als ich dann da meine ersten Tage im Oktober so reingelaufen bin morgens, war es echt super befremdlich und zwar so komisch die Intimsphäre von Menschen extrem zu durchbrechen weil man sie ernagt sieht und halt pflegen muss Und das ist schon krass.
00:06:50: Du gehst auch mit den Leuten duschen dann, ne?
00:06:52: Ja genau, also ich dusche beide jeden Morgen immer.
00:06:55: Es war am Anfang total nicht schwierig aber auf jeden Fall eine Herausforderung so.
00:07:02: Aber ich wurde da voll gut an die Hand genommen und die haben mir alles richtig nice gezeigt und ich konnte irgendwie drei Wochen immer mitlaufen und bis ich angefangen habe selbstständig zu arbeiten.
00:07:14: Das war mega-gut!
00:07:15: Man baut diese Hemmschwelle total ab weil man... Ja, weil man sich halt daran gewöhnt.
00:07:21: Aber weil man auch merkt dass es nicht befremdlich sein muss und das ist natürlich auch einen Sinn hinter der Arbeit gibt so.
00:07:31: Wenn du sagst, du arbeitest mit Menschen mit Autismus.
00:07:34: Was würdest du sagen?
00:07:35: Haben diese Leute für Eigenschaften ... Weil Autismus ist ja auch ein breites Spektrum.
00:07:41: Nicht jeder Mensch braucht Pflege wie die Menschen in Haus Havila zum Beispiel.
00:07:45: Was sind das für Leute, mit denen du zusammenarbeitest?
00:07:49: Gibt ja dieses Sprichwort kennt man einen Autisten so.
00:07:52: Es sind wirklich alle super unterschiedlich und individuell.
00:07:55: Und haben auch ganz andere Bedürfnisse und Routinen.
00:08:00: die Autisten, die ich da morgens pflege und fertig mache.
00:08:04: Die sind beide körperlich sehr fit aber haben eben Autismus Und das ist zum Beispiel bei beiden relativ wichtig dass man so gewisse Routinen einhält und dass man den vielleicht auch nicht zu nahe kommt und dass Man denen auch freiraum gibt irgendwie zeit gibt und Nicht hektisch wird und immer mit so ein bisschen Abstand und Gelassenheit irgendwie an die sache rangeht.
00:08:25: weil sobald man selber gestresst ist checken die das super schnell werden dann auch voll gestresst und machen manchmal einfach zu.
00:08:35: Und haben gar keinen Bock mehr oder können das in dem Moment nicht da so ein bisschen den Punkt herauszufinden, dass man es vielleicht zu viel wird.
00:08:43: aber wenn man irgendwie zu viele Anforderungen hat oder zu sehr nervt manchmal muss man ja auch einfach nerven.
00:08:50: Das ist eben schwierig!
00:08:51: Aber auch diese Erfahrung habe ich gemacht
00:08:54: Die Erfahrung, weil man zu viel näher auftraste gemacht.
00:08:57: Ja das sind dann Momente wo man irgendwie halt Anforderungen hat so in der Dusche oder so und dann müssen irgendwelche Objekte richtig gerückt sein dass sie gerade stehen oder so.
00:09:07: Und da denke ich mir nur so Boah irgendwie geht es mir gerade voll auf den Sack.
00:09:11: aber Das ist natürlich so mein Job da und das macht mehr auch Spaß und das hat man dann auch am Anfang also am Anfang halt relativ schnell raus einfach.
00:09:19: Also da weiß man dann okay was mache ich besser nicht?
00:09:21: Was stört die Person Und was macht's irgendwie einfacher für beide?
00:09:26: Ja, verstehe.
00:09:28: Wenn du sagst es ist schwierig wenn du denen so nahe kommst wie macht dir das dann beim Duschen?
00:09:35: Das ist ein bisschen schwierig.
00:09:38: Es ist total krass und auch die Menschen die man pflegt gewöhnen sich an einen.
00:09:44: Das ist mir besonders bei einem aufgefallen den ich morgens fertig mache.
00:09:47: Am Anfang war nicht schwierig aber... Kein Vergnügen.
00:09:51: Es war halt immer echt anstrengend und ich musste mich mega drauf einlassen, aber man merkt so mit jedem Tag dass es leichter wird, dass er das auch mehr zulässt, sodass man sich auch mal checken kann und dass man halt auch mit dem Waschlappen den Körper waschen muss, das verstehen die ja auch.
00:10:06: Das spielt sich so ein bisschen ein, aber da braucht man einfach glaube ich viel Zeit und Geduld und auch Nachsicht.
00:10:13: Verstehe auf jeden Fall ganz viel Empathie an der Stelle.
00:10:17: Ja voll!
00:10:20: Fragen für dich vorbereitet.
00:10:22: Das sind alles entweder Oder-Fragen, also die kannst du ganz easy beantworten.
00:10:28: Entweder Schichtdienst oder reguläre Arbeitszeiten?
00:10:32: Boah, das ist eine schwierige Frage!
00:10:34: Aber ich glaube, reguliere Arbeitszeite ist schon sehr entspannt.
00:10:37: Ich habe jedes Wochenende frei und jede Feiertage und hab immer von sieben bis fünfzehn zu fünfzehnt.
00:10:41: Das ist schon ganz gut eigentlich.
00:10:43: Glaub' ich.
00:10:44: Lieber Urlaub in den Bergen oder Urlaub am Strand?
00:10:48: Oder bin im Bergen?
00:10:49: Ich bin kein großer Hitze Mensch.
00:10:51: Also ich kann die Hitze und Sonne nicht so ab, also lieber in den Bergen, ja.
00:10:55: Kann ich gut verstehen, du habe ich ganz beide auf jeden Fall.
00:10:58: Würdest du sagen, lieber einen Abend lang ein bisschen auf dem Sofa chillen, ein bisschen Netflix schauen oder lieber abends mit Freunden rausgehen?
00:11:08: Auf jeden Fall beides.
00:11:09: aber eher raus gehen glaube ich eher mit Freundlichen viel connecten und ein Trinken gehen und das Leben feiern.
00:11:16: Ja, würdest Du sagen du bist ... beruflich eher sozial unterwegs?
00:11:21: oder würdest du sagen, Pflege findest du spannender?
00:11:24: Eigentlich eher sozial.
00:11:26: Das ist zumindest so ein bisschen das Ziel.
00:11:28: aber ich habe in meinem Bett ja gemerkt dass Pflege eigentlich auch voll cool ist und gar nicht so schlimm wie man vielleicht denkt.
00:11:34: Okay!
00:11:36: Würdest Du sagen, Du bist eher kreativ mit den Klienten oder machst Du lieber irgendwie was Sportliches mit den klienten also irgendwie einen Spaziergang oder so?
00:11:47: Boah, eigentlich bin ich... eher kreativ, also ab und zu bastelig.
00:11:50: Von basteln bin ich nicht so der Fan aber vor allen Dingen so Musik finde ich total cool.
00:11:54: manchen Leuten kann man auch tanzen das ist auch cool.
00:11:56: Aber es gibt auch ein paar Leute mit denen ich gerne spazieren gehe oder Fußballspiele Auch wenn ich's eigentlich hasse aufer arbeite.
00:12:03: das ist irgendwie ganz cool.
00:12:05: Okay, glaube ich.
00:12:06: Nach deinem Wegdienst ist der Tag ja noch nicht vorbei?
00:12:09: Wie geht's danach weiter bei dir?
00:12:11: Nach meinem Wegdienst um acht Uhr dreißig gehe ich dann da aus Haus Habila raus und manchmal laufe ich dann zu Siloa hoch oder irgendwer holt mich ab oder ich bin im Fahrrad oder so.
00:12:22: Und dann treffen wir uns im Urlaubstreff.
00:12:24: die meisten haben dann Dienstbeginn zwischen acht bis neun Uhr.
00:12:29: Und Haus Siloa das ist quasi direkt daneben beim Urlaubstreff, oder?
00:12:33: Ja, der Urlaubsreff ist in Haussilor.
00:12:35: Also die Räumlichkeiten vom Urlaub sind in Haossilor Genau treffen uns da um neun Uhr Machen so eine kleine Frühstückspause und schnacken so ein bisschen.
00:12:46: das Team ist mega mega nett und alle voll süß Und man kann voll gut reden über alles eigentlich.
00:12:51: Auf jeden
00:12:51: Fall ein guter Start.
00:12:52: Voll!
00:12:53: Und dann frühstücken wir und trinken Kaffee aber klären natürlich auch was irgendwie an dem Tag ansteht.
00:12:59: Was man macht muss man einkaufen hat mein Klient mit dem er einen Ausflug machen möchte.
00:13:03: Es ist etwas Besonderes, wie teilt man sich auf?
00:13:06: Also wenn wir diese zwei Gruppen habe ich eben schon mal angesprochen.
00:13:08: Wer geht nach oben, wer geht nach unten?
00:13:11: Genau so was wird da besprochen?
00:13:13: und um neununddreißig kommen dann die Klienten.
00:13:16: Und wenn deine Klientinnen dann da sind, was machst du denn mit denen?
00:13:20: Genau also sie werden von einer neuen Schmiede gebracht vom Fahrdienst.
00:13:24: Meistens um NeunundDreißzig.
00:13:26: Manche kommen auch nach weil sie irgendwie Therapien haben, Arzttermin oder irgendwie morgens zu sehr geklingelt haben
00:13:33: Passiert.
00:13:34: Passiert
00:13:34: im Besten, passiert auch in Betel.
00:13:38: Genau dann starten wir meistens immer mit so einer kleinen Snackrunde.
00:13:41: Es gibt dann erstmal einen Kaffee und ein Kek oder einen Kakao und was zu trinken.
00:13:47: Und so starten die dann so in den Tag rein.
00:13:51: Wenn wir mit dem Snack fertig sind fangen wir dann meistens an mit der Betreuung der Klienten.
00:13:58: spielen Spiele heute habe ich Memory gespielt zwei Runden Musik hören, heute hab ich Vogelhochzeit.
00:14:05: Fünfzehnmal gehört gefühlt.
00:14:06: Vogel-Hochtzeit?
00:14:07: Vogel Hochtzeit ganz hoch im Kurs machen Spaziergänge gucken ja okay Film gucken machen wir meistens nachmittags wenn wir das machen nicht vormittags oder bieten andere Sachen an irgendwas kreatives mit basteln oder machen auch mal Pfannkuchen oder so oder Backenkuchen.
00:14:25: und dann gibt's Mittagessen meistens um elf Uhr dreißig zwölf Uhr so um den Dreh.
00:14:32: Das kriegen wir von einer Bergküche geliefert und portionieren das dann auf die Teller.
00:14:38: Und auch dann wird Mittag gegessen, manche Klienten brauchen dabei Unterstützung den wird das Essen angereicht.
00:14:43: Manche machen es selbstständig, manchen ist es so ein Mischmarsch mal so nach Tagesform abhängig.
00:14:52: Hilfst du dann auch beim Essen anreichen und so?
00:14:53: Ja,
00:14:54: auf jeden Fall.
00:14:54: Beim Essen anrechnen helfe ich dann auch.
00:14:56: nach dem Essen geht es dann ein bisschen in die Pflege.
00:14:58: also da wird dann werden alle einmal frisch gemacht kriegen eine neue Hose wenn sie durchnass sind oder gehen auf Toilette.
00:15:06: wir haben auch Leute die selbstständig auf toiletten gehen und danach kommt dann nochmal so einen Betreuungsblock nenn ich mal.
00:15:13: manche schlafen dann auch machen mittagsschlaf oder halt noch mal spazieren basteln film gucken spielen Und um vierzehn oder dreißig kommt dann die Bullys wieder und holen unsere Klienten ab.
00:15:24: Okay, also auf jeden Fall ganz viel Betreuung an deinem Arbeitstag.
00:15:31: Und du unterhältst dich ja auch viel mit den Klientern?
00:15:35: Wie ist das so für dich?
00:15:38: Es sind da irgendwie Geschichten, die dich mitnehmen bei den Klienten oder irgendwas was dir besonders im Kopf geblieben ist?
00:15:45: Boah es gibt auf jeden fall... Also es sind Nicht so Geschichten von Menschen, die mich mitreisen.
00:15:51: Die reißen mich natürlich auch mit aber die mich jetzt bei der Arbeit nicht so begleitet haben sondern einfach so Charaktere die einfach so präsent sind und so einladend und so cool.
00:16:04: also Leute die so mega herzlich sind das bleibt voll hängen oder halt einfach Leute mit denen man witzemachen kann oder mit dem man wirklich richtig coole Gespräche führen kann.
00:16:16: Das ist schon cool
00:16:17: Ja, verstehe.
00:16:21: Ich hab auch gehört, ihr bekommt so einmal die Woche Besuch von ...
00:16:28: So ein Therapiefert?
00:16:29: Genau!
00:16:30: Mit jedem Mittwoch kommt das Therapiefwert aus dem Reitstallbetel und ist meistens für eine Stunde da, sodass irgendwie alle Klienten zum Pferd gehen können oder streichen können oder bürsten können mal das Pferdd für in einer Leine ziehen.
00:16:47: Und ganz oft ist es auch so, dass die Klienten da total einfühlsam werden und so mega mit diesem Pferd irgendwie umgehen.
00:16:57: Das richtig cool zu sehen.
00:16:58: Genau das kommt meistens einmal die Woche.
00:17:02: Also du hast das Gefühl, dass auch was macht so mit den Leuten?
00:17:05: Voll!
00:17:05: Es gibt ja auch ein paar Klientinnen, die generell auch einfach reiten also Verreiterapie gehen und so.
00:17:10: für die ist das natürlich total cool, dass sie auch im Urlaub eine Stunde mit dem Pferden haben.
00:17:16: Aber auch für Leute, die sonst nicht Kontakt mit dem Pferd haben.
00:17:18: Vielleicht auch für Menschen, die Angst vom Pferde haben.
00:17:20: Es ist manchmal ganz schön zu sehen wie sie trotzdem dahingehend oder in Begleitung von uns und meinen Kollegen vielleicht auch diese Angst ein bisschen überwinden oder trotzdem mal das Pferdsstreicheln und so.
00:17:31: Und viele freuen sich ja auch drauf und erzählen dann immer Ja ich habe das Pherd gestreichelt und so!
00:17:36: Das ist richtig süß.
00:17:38: Ich bin richtig gut auf jeden Fall.
00:17:41: Wie bist du denn oft dieses Beteljahr gekommen?
00:17:45: etwas ungewöhnlicheres Beteljahr.
00:17:47: Du bist ja in einer Freizeit-Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung, wie kam es dazu?
00:17:54: Ja eigentlich war der Plan wegzuziehen nach dem Abbey direkt aus Bielefeld raus.
00:18:00: das habe ich irgendwie nicht gemacht.
00:18:02: Ich weiß auch nicht woran's gelegen hat aber irgendwann bin ich dann aufs Beteljar gestoßen weil meine Schwester ein Betel arbeitet und mir das vorgeschlagen hatte Und meinte hey mach doch mal'n Beteljaer Das ist bestimmt voll cool!
00:18:11: Es passt zu dir.
00:18:13: und so bin habe ich auch relativ spät beworben.
00:18:17: Ich war überrascht, dass so eine coole Stelle noch frei war so spät und mir wurde das dann vorgeschlagen.
00:18:23: Ich hatte überhaupt keine Vorstellung was sich machen will.
00:18:26: also es war wirklich ein Glückstreffer.
00:18:27: Ich hab mir bei einem Bewerbungsgespräch oder Kennerngespräch heißt ich sehr dieses Portfolio von der Einsatzstelle durchgelesen und fand das Klang ganz cool.
00:18:37: Hab da dann dreimal hospitiert und war mega zufrieden und die anscheinend auch mit mir.
00:18:43: Krass, du hast dreimal hospitiert sogar?
00:18:45: Ja genau.
00:18:45: Bei uns hospitieren die Wetteljahre ja mindestens zweimal weil wir eben jede Woche unterschiedliche Klienten da haben.
00:18:53: also die Wochen variieren.
00:18:54: totales gibt wo man ganz viel rennen kann wo man aber auch ganz viel gefordert ist also wo ganz viele vielleicht klienten die ganz viel Körperkontakt irgendwie wollen oder einfach ganz viel Aufmerksamkeit mit dem man irgendwie auch so face-to-face oder so irgendwas machen muss will oder kann und ... die das auch einfach brauchen, wo es den noch einfach gut tut im Urlaub so.
00:19:17: Und dann gibt's aber auch einfach Wochen... ...wo es entspannter ist und wo wir irgendwie mehr... ...wohin wir mehr auch organisatorisches klären können oder wo die Klienten stiller sind,... ...oder wo man einfach anders arbeiten muss und eine ganz andere Art von Einfühlsamkeit braucht.
00:19:35: Deswegen hospitieren Beteljahre mindestens zwei Mal bei uns um... ...mindestens zwei verschiedene Gruppen kennenzulernen.
00:19:40: Wir haben glaube ich insgesamt zehn.
00:19:43: Und ich habe noch ein drittes Mal hospitiert in Haus Havila, weil ich wissen wollte was ich mir da für einen Wegdienst antue.
00:19:49: Also ich wollte... Die haben mir das vorgeschlagen, guckt doch mal in Havilla ob das was für dich ist.
00:19:55: und dann meinte ich okay aber ich will da hospitieren weil ich will dann nicht einfach anfangen ohne zu wissen wie es ist so.
00:20:00: und dann war ich da auch einmal und das war dann auch ganz cool und hat gefunkt.
00:20:05: Okay!
00:20:05: Es hat gefunkt zwischen dir und dein Job?
00:20:09: Ja
00:20:09: schon Wie.. Ist es jetzt so?
00:20:12: Würdest du sagen, es war eine gute Entscheidung das Beteljahr zu machen?
00:20:16: Es waren auf jeden Fall die richtige Entscheidungen.
00:20:18: Erst mal auf dem Papier gesehen für zwei Wartesemester aber natürlich nicht nur das.
00:20:25: Also es hat mich total bereichert allein dieser pflegirische Aspekt der mir vorher total fremd war wo ich halt auch einfach Angst berührungsängste hatte.
00:20:35: Hat mich total gereichert weil ich jetzt weiß was ich dass auch kann und ist total cool irgendwie das gemacht.
00:20:40: so haben Ich arbeite da tatsächlich auch noch weiter nach meinem Beta-Jahr.
00:20:45: Was machst du danach?
00:20:47: Also ich habe eine Stelle an Haus Havila, eine halbe Stelle hab' ich jetzt zugesagt bekommen als Pflegekraft.
00:20:53: Ich bin ja nicht ausgebildet aber eben so als Hilfskraft.
00:20:56: das kann man machen genau fünfzig Prozent auf drei Monate befristet weil es eine Krankheitsvertretung ist.
00:21:01: aber ich hoffe es wird verlängert und als Co-Referent fange ich auch noch an für die Seminargruppen Genau.
00:21:09: Aber das ist... aus Havila kommt auf jeden Fall aus dem Beteljahr, also da bin ich ja jetzt auch schon und da wollte ich auch bleiben!
00:21:15: Ja, auf jeden fall.
00:21:17: Also du bleibst betel erhalten?
00:21:20: Ich
00:21:20: bleibe beteln noch ein bisschen erhalten auf jedenfall.
00:21:23: Was würdest Du sagen war so Dein größtes Learning was Du so aus deinem Beteljar mitgenommen hast?
00:21:29: Du meintest jetzt gerade eben schon pflege dass Du gemerkt hast okay das kann ich ja auch.
00:21:34: Hast Du da vielleicht noch irgendwas anderes mitgenommen?
00:21:37: Aber was ich auch mitgenommen habe, ist glaube ich Geduld.
00:21:39: Also ich bin generell ein relativ geduldiger Mensch und auch sehr zurückgelehnt und eigentlich meistens entspannt.
00:21:46: aber das hab' ich in diesem Jahr nochmal ganz neu irgendwie gelernt und es wurde auch ganz neu auf eine Probe gestellt von manchen Leuten.
00:21:53: Das hab', ich auf jeden Fall mitgenommen dass man manche Menschen einfach viel Zeit geben muss also... ...das ist auch anstrengend ist in dem Moment aber dass sich immer lohnt den Menschen ganz viel Zeit zu geben weil manche das einfach brauchen Das hab ich auf jeden Fall mitgenommen, was sich auch in meinem Privatleben definitiv ja noch gebrauchen kann.
00:22:12: Ja und ich glaub wir haben alle irgendwie so einen Freund oder Freundin die gerne mal irgendwie ein bisschen später kommt oder ein bisschen gechildert unterwegs ist.
00:22:20: Ich glaube Geduld kann da nie schaden eigentlich.
00:22:22: Auf jeden Fall.
00:22:24: Ja dann vielen Dank dir für das Gespräch!
00:22:27: Auf jeden fall viel Spaß bei deinem Job jetzt noch.
00:22:30: Danke dass ich hier sein durfte.
00:22:31: Na
00:22:32: klar, wir freuen
00:22:32: uns doch.
00:22:33: Voll cool
00:22:35: Danke.
00:22:37: Das war jetzt ist deine Zeit der Beteljahr Podcast, alles über dein freiwilliges Jahr zur Orientierung zwischen Schule und Beruf mit Gastgeberin Kathleen Knost.
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