Folge 06: Fetha: Co-Referent und Praxisanleiter im Betheljahr

Shownotes

In dieser Episode des 'Jetzt ist deine Zeit' Podcasts begrüßt die Gastgeberin Kathleen Knost den ehemaligen Betheljahr-Teilnehmer und späteren Co-Referenten Fetha, der seinen Weg ins Betheljahr, seine Erfahrungen im Haus Jabbok sowie seinen beruflichen Werdegang im sozialen Bereich schildert. Die Gesprächspartner stellen sich vor, erläutern ihre Rollen und geben einen Ausblick auf die Themen rund um das Freiwillige Soziale Jahr, persönliche Entwicklung und die Arbeit in Bethel. Besonders hervorzuheben sind die persönlichen Einblicke Fethas in seine Entwicklung vom Betheljahr-Teilnehmer zum Co-Referenten und Praxisanleiter, die Schilderung der Gruppendynamik und des Zusammenhalts in den Seminargruppen sowie die Reflexion über Verantwortung und Selbstbewusstsein im sozialen Beruf. Die Episode bietet authentische Erfahrungsberichte, motivierende Beispiele für persönliche Reifung und zeigt, wie das Betheljahr nachhaltige berufliche und persönliche Veränderungen bewirken kann.

Transkript anzeigen

00:00:00: Und ich fand es immer sehr interessant, dass sich einfach so einen Haufen Menschen, die halt noch Jugendlich sind.

00:00:07: Dass sie sich so untereinander verstanden haben und das fand ich halt immer irgendwie ... sehr cool.

00:00:15: Beteljahr hat mich wirklich von der Schiene wirtschaftlich im Büro.

00:00:19: Das kam dann für mich gar nicht mehr in Frage.

00:00:22: Weil das ist einfach ... Ich könnte mir dann irgendwann nicht vorstellen, abschundtäglich im Berufsnetzen.

00:00:26: Die Beteln läufst halt rum, fährst rum, gehst einkaufen, machst Ausflüge.

00:00:30: Das hatte damals was richtig gut.

00:00:37: Jetzt ist deine Zeit der Beteljahr Podcast von Freiwilligen für Freiwilliger.

00:00:44: Herzlich willkommen!

00:00:46: Lieber Veta, guten Tag!

00:00:48: Guten Tag liebe Zuhörerinnen und Zuhürger!

00:00:51: Freuen uns dass du da bist und dass ihr da seid.

00:00:55: Veta ich habe schon so ein bisschen was von dir gehört.

00:00:58: Ich weiß auf jeden Fall das du coreferent bist oder warst beim Beteljar.

00:01:04: Du warst, okay.

00:01:05: was ich aber nicht weiß ist wie du überhaupt nach Betel gekommen bist und wie du dann zu dieser Stelle gekommen bist.

00:01:10: Vielleicht kannst du darüber mal etwas erzählen?

00:01:13: Ja also es fing ja an dass ich glaube zwei tausend neun Meter Schule irgendwann zu Ende war oder fertig war Und älter natürlich.

00:01:22: hier machen wir irgendwas im Büro.

00:01:23: Das war ja immer so, dass das was man früher mal gesagt hat die Eltern kommen, da muss irgendeine Beruhentätigkeit in irgendwelchen bildschöpflichen Bereichen gehen.

00:01:30: Das was man machen wollte?

00:01:32: Genau!

00:01:33: Was meine Eltern für mich gemacht haben und sich gewünscht haben.

00:01:38: Aber auch nicht wirklich großartig um eine Ausbildungsstelle zu kriegen.

00:01:42: Die Bewerbung ist halb herzig geschrieben Ja, aber dementsprechend auch keine Ausbildungsstelle bekommen.

00:01:50: und dann kam der Zivildienst damals noch für mich an Anstand.

00:01:55: Und dann dachte ich mir bevor ich jetzt ein Jahr verliere und ja nichts mache, mach' ich doch wenigstens was Sinnvolles!

00:02:01: Ich habe mich dann hier im Betel für den Zivil-Dienst beworben, damit wurden bevorgeschlagen hey wir haben ja das Betel hier, weil es geht an zwölf Monate statt und die Zivil Dienste waren neun... ...und da hab ich gesagt, das klingt doch ganz gut um von der Bezahlung her war das ja auch Damals Top.

00:02:15: und dann habe ich quasi diese Beteljahrstelle angetreten.

00:02:19: Dann hab' ich beworben, fand das eigentlich ganz gut, bin dann im Haus Jabok gelandet... ...und ja da habe ich dann mein Betler gemacht!

00:02:27: Und zu dieser Stelle bin ich dann gekommen also zum Koaferenten, kam dann dass sich mein Betleer uns so Ende hatte.

00:02:34: Ich hatte auch nicht verlängert wollte dann studieren und dann war es so, dass Katrin Sondermeier glaube ich hieß in meiner alte Referentin Die dann sagte, hey wir haben hier gerade eine Stelle frei für einen Co-Referenten besuchen.

00:02:47: Hättest du da Lust drauf?

00:02:48: Und ich habe gesagt ja also warum nicht?

00:02:51: so hört sich ganz gut an.

00:02:53: und kam es dazu dass ich dann Co-referent geworden bin.

00:02:57: Ja entspannt!

00:02:57: Also über deine Co-Reverenz möchte ich gleich noch mit dir sprechen.

00:03:00: Jetzt reden wir erst mal über deinen Beteljahr in Haus Jabok.

00:03:05: vielleicht kannst du einmal erklären was ist das Konzept von dem Haus?

00:03:08: wer wohnt da?

00:03:09: Also da wohnen Menschen mit schwerst mehrfach Behinderungen, Epilepsie, Autismus teilweise.

00:03:16: Aber mehr geht es darum, dass die Menschen wirklich schwerstmähfach behindert sind und ja, die halt Tagestruktur gebraucht haben.

00:03:24: Und dafür waren wir dann da.

00:03:25: Wie sahen denn deine Aufgaben in dem Haus aus?

00:03:28: In Berlia sahen die Aufgaben größtenteils aus, dass ich viel Freizeitbeschäftigung mit denen hatte.

00:03:34: Ich hatte damals einen wirklich sehr, coolem und guten Praxisanleiter, der halt nicht Wert darauf gelegt hat irgendwie zu sein.

00:03:42: Das ist alles ganz genau sein muss!

00:03:43: Und wir müssen da wirklich fachlich alles Perfekt sind.

00:03:45: was man halt so macht es halt schwieriger immer.

00:03:49: Der war halt wirklich für ich sage jetzt mal für Spiel und Spaß da und das hat's halt wirklich sehr schön gemacht weil wir viele Ausflügel gemacht haben.

00:03:55: Wir haben täglich immer etwas gemacht und es hat halt richtig Spaß gemacht.

00:04:01: Und das hat so viel Spaß gemacht, dass du dich entschieden hast weiter im sozialen Bereich zu bleiben.

00:04:05: Ja also dieses Beteljahr hat mich wirklich von der Schiene wirtschaftlich.

00:04:10: Das kam dann für mich gar nicht mehr in Frage weil es einfach ich konnte mir dann irgendwann nicht vorstellen, acht Stunden täglich ein Bewusstsein nutzen.

00:04:16: Die Metern läuft halt rum, fährst rum, gehst einkaufen, machst Ausflüge und das hatte damals was richtig Cooles.

00:04:23: Man ist immer irgendwie in Bewegung man macht immer was... Und

00:04:25: die Zeit vergeht so unfassbar schnell!

00:04:27: Und man tut ja auch noch irgendwie etwas Gutes

00:04:29: Voll, also man weiß einfach am Ende des Tages was man getan hat.

00:04:32: Die Leute lächeln einen an und man ist immer unterwegs.

00:04:35: Man sieht viel... Genau.

00:04:37: Ja das ist voll gut!

00:04:38: Und auf jeden Fall etwas anderes als diese acht Stunden Beruher weiter zum Tag.

00:04:43: Ich bewundere die Menschen, die das können?

00:04:45: Ich könnte es nicht.

00:04:46: Ne ich auch nicht.

00:04:49: Nach deinem Beteljahr hast du dich entschieden zu studieren?

00:04:51: Hast Du bereits erzählt?

00:04:53: Genau ich bin da so reingerutscht

00:04:55: ...

00:04:57: dann bist du aus dem Jahr den Studierenden.

00:05:00: Was hast du studiert?

00:05:01: Soziale Arbeit!

00:05:02: Ja, okay ganz klassisch so... Genau und nebenbei warst du Kurreferent.

00:05:07: Du hast gerade eben schon erzählt,... ...du hattest da eine Referentin und der bist du dann so ein bisschen zur Hand gegangen.

00:05:14: Wie genau kann ich mir das vorstellen?

00:05:16: was hast du da gemacht?

00:05:18: Ja also es startete erst mal mit ganz... Das ist ein Riesen durcheinander.

00:05:23: Ich kam ja in eine Gruppe rein die quasi schon im Laufen war ausgerichtet einen Tag, wo es dann losging.

00:05:29: Weil die Referentin da krank.

00:05:31: Oh!

00:05:31: Ich kann mal hinbunden.

00:05:33: Da war ja jetzt auch nicht irgendwie vom Altersunterschied her so groß und dachten alle, ach hier ist ein neuer Seminarteilnehmer.

00:05:40: Ich hätte keine Schlüssel, ich hatte gar nichts zu tun.

00:05:43: Sehr gut.

00:05:43: Ja, ich hab dort auch erst mal ... Ja, bin ein Seminateilnehmer, habe ich den erstmal mitgemacht... Und hab dann gewartet bis irgendwie Hilfe kamen.

00:05:52: Die erste Woche war natürlich total chaotisch.

00:05:53: Da waren viele mit ein bisschen Vorarbeiten.

00:05:57: Für mich war das einfach alles komplett Neuland.

00:05:59: Es sollte immer auch schwierig in eine Gruppe reinzukommen, die sich schon kennt und die vor zwanzig Minuten noch gedacht hat du bist eigentlich ein Billerteidiger.

00:06:09: Ja!

00:06:10: Auch von der Altersunterschied nicht so groß ist umzurehren?

00:06:13: Genau!

00:06:14: Wenn Du sagst Vorarbeiten was hast Du dann gemacht?

00:06:18: Also es waren wirklich Materialien bereitlegen, Flipcharts bereitlegen Themen quasi mal ein bisschen vorzulegen.

00:06:25: Und jetzt hast Du ja einen besonderen Blickwinkel auf diese jungen Menschen, die du dann da vor dir sitzen hattest.

00:06:31: Du hast selber ein Beteljahr gemacht?

00:06:32: Du warst selber noch nicht so alt.

00:06:35: was fandest du da besonders erstaunlich?

00:06:38: oder was ist dir da aufgefallen bei diesen jungen menschen wie das beteljah machen?

00:06:42: Was gibt das bete ja diesen menschen oder was macht es mit denen?

00:06:46: also ich finde immer wieder erstaundlich dass die leute einfach wirklich Bock darauf haben.

00:06:51: also ich war früher so.

00:06:52: ich fand als Seminare vom von der erzählen her fand ich es immer ein bisschen doof.

00:06:57: Ich war halt überall der Mensch, der ja gerne arbeiten gegangen ist.

00:07:00: Aber das hat sich in den Seminarbauern immer so entwickelt und es war schön für die.

00:07:04: Das war eine willkommene Auszeit, für die eine Möglichkeit sich auszutauschen.

00:07:10: Hey, das läuft bei mir so auf ein Einsatz steht!

00:07:11: Das läuft so... Es war mal ganz interessant, sich das anzuhören.

00:07:16: Und ich fand's immer sehr, sehr interessant, dass ich einfach so einen Haufen Menschen, die noch Jugendlich sind.

00:07:22: Da waren wirklich nicht... großartig alt, dass sie sich so untereinander verstanden haben.

00:07:30: Das fand ich halt immer irgendwie sehr cool.

00:07:33: Ja das stimmt man wird da so zusammengeschmissen mit irgendwie zwanzig-vierundzwanzig anderen Leuten die alle aus ganz unterschiedlichen Backgrounds kommen und man kennt sich vorher teilweise gar nicht.

00:07:44: Man ist dann so ein Führer auf

00:07:47: den selben Nenner.

00:07:48: Ja voll voll!

00:07:50: Man hat ja auch irgendwie diese Gemeinsamkeit vom Beteljahr hilft irgendwie Menschen, man macht irgendwas Soziales.

00:07:56: Das ist ja auch ganz cool.

00:07:58: irgendwie Ja und Wie lange wisst ihr jetzt schon?

00:08:03: oder wie lange war es zu referent?

00:08:05: Also ich mich.

00:08:07: heute glaube ich habe ich Zwei tausend zwölf oder zweitausend elf meine erste Seminargruppe gehabt und das ging dann bis zwei Tausend siebzehn.

00:08:15: Ich hatte in der Zeit glaube ich vierzehn Seminar Gruppen weil ich mehrere Seminar gruppen mit einem Jahr betreut hatte unter anderem die Dortmunder-Seminargruppen.

00:08:25: Die waren fantastisch, also die Bielefälle auch aber... Das war immer eine ganz spezielle Kombination weil viele mit Übernachtungen hier waren und da entwickelt sich einfach ne unfassbare Gruppendynamik, die einfach toll dabei zu sein.

00:08:41: Ja, weil ja die Dortmunda kommen dann hierhin fürs Seminar direkt und übernachten sie hier auch?

00:08:46: Also

00:08:46: das war zumindest damals so.

00:08:47: ich glaube mittlerweile wird auch vieles oder wir hatten noch viele Seminare in Dortmund.

00:08:51: Ich weiß gar nicht wie es aktuell

00:08:52: ist.

00:08:53: Die ersten Gruppen von Dortmund kamen wirklich hier hin und haben dann hier übernachtet.

00:08:57: Und waren quasi vom Montag bis Freitag nachmittags ja hier vor Ort.

00:09:02: Das

00:09:03: war für mich auch immer

00:09:04: so ganz cool!

00:09:05: Ja, glaube ich.

00:09:06: Jetzt meintest du gerade eben schon so Gruppenzusamheit hat da eine große Rolle gespielt?

00:09:11: Man ist irgendwie zusammen auf einen gemeinsamen Nenner gekommen.

00:09:14: was würdest du sagen?

00:09:15: es vielleicht die größte... Entwicklung, die du in einer Seminargruppe gesehen hast.

00:09:19: Also es gibt ja auch Seminar-Gruppen, die verstehen sich am Anfang gar nicht.

00:09:24: Ja genau das hatten wir auch und ich habe immer viel Seminaregruppen, wo man sich gedacht hat, das wären lange Wochen!

00:09:32: Das werden wirklich lange Wochen weil sie auch wirklich in der Einführungswoche haben.

00:09:36: Ich habe keine Lust darauf und das ist doof und das mache ich nicht um sowas.

00:09:40: Und man hat wirklich in diesen Wochenheit auch gemerkt, dass ohne das wir als Referenten damit irgendwie eingestiegen sind und gesagt haben wir müssen das machen oder das ist jetzt aber Teil der Aufgabe.

00:09:53: Dass viele Teilnehmer das quasi so übernommen haben die dann auch gesagt hey kommen wenn wir das so machen, da macht es sogar Spaß!

00:10:00: Wir können dabei was lernen Wir gehen das alles zusammen durch.

00:10:06: Und man hat wirklich im Laufe des Jahres gemerkt, wie sich so eine Gruppe ... Obwohl die am Anfang so unterschiedlich waren und auch teilweise Leute dabei waren, wo du gedacht hast, oh Gott!

00:10:15: Dass sie sich da wirklich zum Ende so zusammengefunden haben, dass man sagte wow also jetzt muss es nicht gerade zu Ende gehen.

00:10:21: und dann war es total schade, wenn man diese Abschlusswoche hat.

00:10:24: Dann dachte ich ja, schade.

00:10:26: Ja was glaube ich?

00:10:27: Ich glaub... Man lernt auch im Beta ein bisschen mehr Empathie und auf andere Menschen zuzugehen.

00:10:34: Und dann nimmt man das automatisch mit in die Seminargruppe, und lernt automatisch in der Seminar-Gruppe besser sein Platz zu finden, so einen besseren Miteinander umzugehen?

00:10:44: Ich glaube einfach auch, dass viele dann auch am meisten Auszeit von der Arbeit zuschätzen mussten.

00:10:49: Es gibt viele Teile, die wirklich anstrengende Arbeiten gemacht haben.

00:10:54: Die fanden es dann wirklich ganz angenehm.

00:10:57: Ich glaube, ich habe mal von acht bis sechzehn Uhr diesen Austausch zu haben und zu gucken.

00:11:02: Hey!

00:11:02: Ich hab da irgendwie auf der Einsatzstelle ein Problem.

00:11:06: Das bietet das jetzt immer an oder wir können darüber sprechen aber es ist für die Leute immer einfacher einen Teilnehmer mitteilnehmer anzusprechen.

00:11:15: so hey hast du eine Idee wie kann ich das lösen?

00:11:18: Was würdest du tun?

00:11:20: Vielleicht auch dann in der Gesamtgruppe nicht nur irgendwie einzeln sondern in einer Gruppe?

00:11:24: Ja, also ich hab ja auch gerade jetzt in meinem WT hier beendet und für mich war die Seminarzeit auf jeden Fall auch sehr besonders.

00:11:31: Und man hat halt immer Leute mit denen man sprechen kann und es sind halt alle so verschieden.

00:11:35: Also der eine macht Pflege, der andere macht irgendwas mit Kindern wie dann anderer arbeitet vielleicht im Krankenhaus.

00:11:41: das ist total interessant so die verschiedenen Arbeitsstellen auch ein bisschen kennenzulernen.

00:11:49: Dann sitzt halt jemand da und sagt aber das könnte ich nicht Und der andere sagt, ich kann nicht das was du da machst.

00:11:55: Was für mich interessant ist es trotzdem irgendwie dazu kommt dass diese Einsatzschirme so vergeben worden sind, dass es wirklich für diejenigen halt passt.

00:12:02: und jetzt hast Du ja die jungen Menschen ein bisschen auf ihrem Weg begleitet und durch das Beteljahr begleitet?

00:12:07: Das ist vielleicht so die größte Veränderung, die Du da bei einem Teilnehmenden gemerkt hast.

00:12:14: also Ich finde Ja wie verantwortungsvoll die zum Ende dann wurden.

00:12:20: Ich will nicht sagen in Grün hinter den Ohren, weil das klingt immer so doof.

00:12:24: Aber man hat gemerkt, viele kommen gerade frisch aus der Schule und haben von diesem praktischen Teil und von der Verantwortung mit Menschen umzugehen noch nicht die ganz große Erfahrung, was ja auch okay ist.

00:12:35: Da kommt es ja gerade frischer aus der Schule.

00:12:37: Und man hat wirklich gemerkt dass Leute, die am Anfang irgendwie auch total verantwortungslos waren, sage ich jetzt mal, immer weiter gewachsen sind, immer stärker wurden in ihrer Verantwortung.

00:12:48: Und zum Ende hin merkte man, okay da ist jetzt wirklich ein Mensch der wirklich gereift ist und das innerhalb nur eines Jahres.

00:12:56: Und sich dann quasi auch entscheiden konnte... Das möchte ich weitermachen und das nicht.

00:13:02: Ich finde wenn sich dann Teilnehmer am Ende des Jahres hingestellt haben und gesagt ja, ich würde gerne diesen Weg weitergehen im sozialen Bereich.

00:13:08: Auch vielleicht den Betel bleiben.

00:13:10: Dann denkt man sich doch, das ist ein guter Schritt.

00:13:13: Ja, am Ende dieses Jahres merkt man schon dass die eine Entwicklung durchlebt haben.

00:13:16: so Ja, und da hat man auch ein gutes Gefühl denke ich die so in der Welt zu entlassen oder?

00:13:21: Ja also die meisten auf jeden Fall nicht alle.

00:13:24: Aber die meisten hat man doch schon einen riesen Schritt gemerkt innerhalb dieses Jahres.

00:13:28: Ja klar war es!

00:13:30: Okay cool und wenn du dich jetzt mal so selber vergleichst über das ja selbst auch Beteljahrling mit den Betel Jahren die du so in deiner Seminargruppe hattest kannst du da auch so die Veränderung die du jetzt bei deinen Betel jahren gesehen hast bei dir selber sehen.

00:13:46: Das

00:13:46: ist, glaube ich schwierig zu sagen.

00:13:50: Natürlich hat mir das Betel ja sehr viel gegeben weil ich seitdem vor Gruppen deutlich freier bin im Sprechen und ich bin selbstbewusster.

00:13:57: Ich weiß da passiert mir dann auch nicht so.

00:14:00: früher war es immer so einfach von den zwanzig Leuten zu stehen, dass sind sie schon eine Herausforderung.

00:14:06: Mittlerweile ist das, dadurch ist es dann irgendwie antrenniert und das war dann einfach.

00:14:10: Also ich merke natürlich für mich dass ich ein Stück weit selbstbewusster geworden bin was das angeht.

00:14:16: aber was ich persönlich halt ganz cool finde ist wenn du heute in irgendwelche Einrichtung gehst weil du gerade etwas brauchst weil man irgendwie was abholen musst Dann treffst du alte Seminarteilnehmer Und hast sofort ein Gespräch und hast sofort einen Kontakt in dieses Haus.

00:14:31: Und das finde ich, macht es halt noch mal viel schöner.

00:14:33: Also man geht dann irgendwie rum im Betel und dann ach ja hier nicht kenne ich doch nur.

00:14:37: Das war auch eine Seminargruppe.

00:14:38: Und dass macht's finde ich halt richtig schön!

00:14:40: Also das gibt mir halt immer das Gefühl, okay cool.

00:14:43: Hab ich nicht vergessen?

00:14:45: War scheinbar eine angenehme Zeit und super!

00:14:47: Kann mir jetzt auch helfen weil ich kenne dich ja du musst mir jetzt helfen.

00:14:50: So nämlich, ja.

00:14:52: Ich glaube das praktisch wenn man viele Leute kennt in Bete so ist aber natürlich auch kein Muss wenn man hier anfängt zu... Ja

00:14:57: das nicht, aber es hat trotzdem nochmal irgendwie angenehm weil wenn du irgendwo reingehst in ein Haus manchmal die Häuser sehen jetzt auch nicht gerade so aus dass man sagt wow Du wirst dir gerade super eingeladen Und dann kommt ein Gesicht was du kennst und der ist hoch schön

00:15:10: Voll, voll.

00:15:11: Kann ich gut nachvollziehen?

00:15:11: Ja, ich glaube wir kennen alle dieses Referatgefühl aus der Schule, wo man da so steht die Zettel in der Hand am Zittern.

00:15:20: Herzlich willkommen zu meinem Referat!

00:15:24: Ich glaub das ist wirklich kein schönes Gefühl aber da hat ihr diese Seminar-Koreferentätigkeit geholfen.

00:15:32: wird es sagen?

00:15:33: Auf jeden Fall.

00:15:35: Also dieses Freund bei einer Anzahl an... Seminargruppen, die ich dann im Endeffekt hatte.

00:15:40: Man konnte halt immer wieder üben.

00:15:42: In der ersten Seminare habe ich es so gemacht und das ist okay.

00:15:44: Dann mache ich mal eine zweite Seminale, probiere es mal in der dritten und so weiter.

00:15:48: Und irgendwann hast du einfach den Dreh rausgehabt und zu weit

00:15:51: angenehm.

00:15:52: Ja voll und für dich ja auch eine gute Übung für dein späteres Berufsleben gewesen denke ich?

00:15:58: So wenn du soziale Arbeit gehörst Studiert hast du, dann ist das ja perfekt einfach.

00:16:03: Ja vor allem macht es was mit dem Selbstbewusstsein.

00:16:05: Wenn jemand reinkommt, der da selbstbewusster ist als vorher, dann merkt man glaube ich den Unterschied doch schon mehr.

00:16:11: hat das echt viel gebracht

00:16:13: glaub ich.

00:16:13: Du hast gerade eben schon gesagt wenn du in ein Haus gehst im Betel und irgendwas möchtest.

00:16:19: also Ich gehe jetzt erst mal davon aus, du arbeitest immer noch in Betel.

00:16:23: Es klang grad so für mich Was machst du jetzt?

00:16:26: Also jetzt grade bin ich tatsächlich seit Oktober letzten Jahres im Nachtdienst.

00:16:30: Da möchte ich eigentlich relativ wenig von anderen Häusern.

00:16:34: Aber ich hatte das den Tagdiensten vorher, dass ich doch schon mal das ein oder andere Haus besuchen musste, weil ich da was gebraucht habe.

00:16:41: Okay und warum hast du dich dazu entschieden in Betel zu bleiben?

00:16:45: Hättest dir auch sagen können, ne vom Betel hab' ich jetzt genug, ich will etwas anderes sehen.

00:16:50: Nee, ich hab nicht genug!

00:16:53: Ich hab dann in Jabok weitergearbeitet nach der Ausfüllung eine sehr, sehr lange Zeit wirklich Spaß gemacht.

00:17:01: Und ich finde aber irgendwann kommt der Zeit, wo du halt wirklich was anderes machen solltest vielleicht oder auch etwas anderes machen möchtest und ich finde Betel bietet dir die Möglichkeiten dass du intern wirklich ganz einfach wechseln kannst.

00:17:16: also es käme für mich nicht in Frage zu sagen Ich verlasse jetzt Betel als Träger und gehe woanders hin weil das ist ja auch ein bisschen Risiko für mich.

00:17:25: dann gefällt es mir da nicht.

00:17:26: Ja und was mache ich jetzt?

00:17:28: Hier im Betel habe ich die Möglichkeit zu sagen, ich wechsel dahin.

00:17:31: Probiere das und wenn es nichts für mich ist und wenn sich das doch anders darstellt als ich mir vielleicht erhofft habe dann kann ich entweder wieder zurückwechseln in der Regel oder es gibt so viele Stellen hier im Beteln möglich sind wo man wirklich Bock drauf haben könnte und deswegen käme es für mich nicht in Frage beten zu verlassen.

00:17:50: Ja, das stimmt.

00:17:50: Das

00:17:52: passt ja wirklich.

00:17:53: alle Berufe, die du im sozialen Bereich machen möchtest Hast du ja ihn.

00:18:00: Ja, doch ich denke schon es gibt eigentlich fast alles.

00:18:03: Es gibt pädagogische Sachen, Pflege ... Du kannst in einem Haus mit Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten und es gibt wirklich alles.

00:18:11: Und wie also gibt's da irgendwelche Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede von deiner Arbeit?

00:18:18: jetzt zu der Arbeit die du im Beteljagd gemacht hast?

00:18:22: Also du hast eine

00:18:23: andere

00:18:24: Verantwortlichkeit.

00:18:26: Also du bist halt wirklich hauptverantwortlich für die Menschen, die da leben.

00:18:30: Das war natürlich ein Bild, der ja nicht so ... Du hattest immer einen Ansprechpartner in der Regel, den du quasi die Verantwortung abgeben konntest oder er dir gar nicht erst die Verantwortung gegeben hat.

00:18:40: und du merkst schon, dass du wirklich dann, wenn irgendwas ist, also speziell wenn was ist mit dem Menschen, dass dich auch selber hinterfragst, ey, das ist jetzt gerade richtig, was du da machst oder nicht?

00:18:53: Und es ist halt auch Wichtig, weil es ist im Endeffekt ja dann quasi meine Verantwortung, dass auch alles gut läuft.

00:19:00: Und ich glaube das ist so der große Unterschied zwischen Betria und Fachkraft, dass du in Betria eben diese kleinen Fehler machen kannst, später solltest du diese Fehler

00:19:10: eigentlich nicht machen.

00:19:11: Voll ja!

00:19:12: In Betria gibt's ja immer noch diese Praxisanleiter.

00:19:14: also du hast dann Menschen quasi wie so ein Ausbilder und der steht dir zur Seite wenn du ein Problem hast, wenn du Fragen hast Ja, übernimmt auch so ein bisschen mehr die Verantwortung für dich.

00:19:26: Also wenn du einen Fehler machst, dann hält er halt den Kopf dafür hin so.

00:19:31: Das ist immer gut da zu wissen, dass man jemanden hat an dem man sich festhalten kann.

00:19:35: Aber jetzt hast du den nicht mehr?

00:19:37: Jetzt bist du selber verantwortlich!

00:19:40: Ich hatte aber auch vier Teilnehmer, für die ich verantwortliche war.

00:19:45: Die haben es mir aber sehr leicht gemacht.

00:19:48: Also du warst selber auch Praxisanleitere ... Ah, wie cool...

00:19:52: Die haben es mir aber auch wirklich einfach gemacht.

00:19:54: Es waren wirklich tolle Teilen, die ich da hatte.

00:19:57: Wo halt auch immer ein Vertrauensverhältnis dabei war ... Das fand mir immer ganz wichtig, wenn was ist, dann bitte sagt das nicht irgendwie, ich schiebs vor mich her, das wird besser mit der Zeit.

00:20:06: Nee, sag's einfach!

00:20:07: Sagst du okay?

00:20:08: Kannst du einfach sagen, hey Veta, das is grad irgendwie doof, reden wir darüber.

00:20:13: Wir können das sicherlich lösen und ich hatte wirklich Glück in meinen Teilen.

00:20:20: Also du hast jetzt ja noch mal eine andere Perspektive als Praxisanleiter auch selber.

00:20:26: Was hast Du denn für eine Verbindung zu den Beteljahr-Teilnehmenden?

00:20:30: Ich habe das Gefühl, man baut dann schon so eine Beziehung zu den Teilnehmendern auf und man arbeitet jeden Tag miteinander – wie würdest Du das beschreiben?

00:20:39: Die Beziehungen die Du ansprichst waren mir halt sehr wichtig.

00:20:41: also weil ich finde wenn ich in dem Praxisanleiter wäre der einfach nur da auf dem Zettel steht dass ich Praxissanleitung bin kommt derjenige nicht mit seinen Problemen zu mir.

00:20:51: Und deswegen war es mir immer wichtig, dass wir wirklich viel auch zusammen in die Einrichtung machen und dass wir auch viel zusammenarbeiten.

00:20:56: Auch sehr gerne die Pausen zusammen verbringen weil ich finde in diesem Pauson besprich man halt auch nicht nur unbedingt Arbeit sondern auch Privats und dadurch wächst auch noch mal so ein bisschen Vertrauen und die Beziehungen.

00:21:06: Das war mir halt von Anfang an immer ganz ganz wichtig das wir da auch immer ein gutes Verhältnis haben.

00:21:10: Auch wenn wir vielleicht komplett unterschiedliche Interessen hatten oder sowas.

00:21:14: aber auf Arbeit war mir das schon sehr sehr wichtig,

00:21:18: Man muss ja auch sagen, die Beteljerlinge sind dann eine andere Generation manchmal als sein selbst.

00:21:24: Ja

00:21:24: ich hatte irgendwann einen sechzehnjährigen.

00:21:27: Oh okay!

00:21:28: Die haben natürlich noch mal so ein bisschen einen anderen Workdrive und so ein anderes Work-Life Balance Gefühl und so.

00:21:35: Die sind da natürlich nochmal ein bisschen anders gestrickt als sie selbst.

00:21:38: Kann ich mir vorstellen?

00:21:39: Das war auch unbewohnt, als wir den sechzenjährigen gekriegt haben.

00:21:43: Da hatte ich ein bisschen Bammel.

00:21:45: Mhm.

00:21:46: Ich finde, der Bereich schwerst mehrfach Behinderung oder in so einem Haus ist.

00:21:50: für den Sechzehnier weiß ich nicht, ob das so gut ist ... Aber jeglicher Gedanke, den ich dahingehend hatte wurde komplett von ihm zerschmettert, weil er war ... Der Junge hat das richtig gut gemacht und der hat da richtig Spaß gemacht.

00:22:03: Er ist auch jetzt immer noch im Betel.

00:22:05: Ja, das hat mit dem richtig Spaß gemacht.

00:22:08: Very cool!

00:22:09: Du hast grad eben schon gesagt, wenn deine ... Teilnehmend Fehler machen oder so, dann sollen die zu dir kommen.

00:22:16: Dann sollen sie das zugeben und ihr findet da zusammen eine Lösung.

00:22:20: wie sieht es genau aus?

00:22:22: Vielleicht für die Menschen da draußen ist Praxisanleiter ... Das klingt ein bisschen wie einen Chef.

00:22:27: Und das klingt irgendwie wie ein Lehrer vor dem man Respekt haben muss und Angst haben muss.

00:22:34: Aber eigentlich ist es ja überhaupt nicht so.

00:22:36: Absolut nicht anders!

00:22:37: Ich finde auch Fehler zu geben klingt auch irgendwie zu groß.

00:22:40: Ich hätte das einfach, also ich würde es gerne wissen.

00:22:44: Das hat nichts mit zugeben zu tun, dann hält er das und dass es gerade passiert.

00:22:47: Können wir da was machen?

00:22:51: Es ist einfacher für mich sofort zu intervenieren und sofort Hilfe zu geben als wenn das vor zwei bis drei Wochen passiert ist und ich erst nachträglich versuchen muss in die richtigen Bahnen zu lenken.

00:23:04: Ich hatte mal ein Beispiel, welcher Praktikant gern die Wäschebestellung machen wollte Klar, macht das.

00:23:12: Und der hatte das dann aber an die falsche Mailadresse geschickt und hat das dann auch gleich mitgekriegt, dass er das an den falschen Mailadressen geschickt hat.

00:23:22: Dann haben wir das natürlich korrigiert.

00:23:23: Kein großes Drama!

00:23:24: Aber hätte er jetzt zwei, drei Wochen darauf gewartet, würden wir wahrscheinlich immer noch auf Wäsche fahren?

00:23:29: Das wäre halt doof gewesen

00:23:30: ... Ja, das stimmt.

00:23:31: Das stimmt, das glaube ich ja.

00:23:33: Ich finde Praxisanleiter können doch total hilfreich sein total schön irgendwie einen Ansprechpartner zu haben, der einem hilft wenn man Probleme hat.

00:23:42: Hat

00:23:42: mir damals auch sehr geholfen!

00:23:44: Ja cool dass du so viele Perspektiven hast aus Betel voll.

00:23:50: Vielen Dank das du da warst.

00:23:52: ich glaube das wär es jetzt von meiner Seite.

00:23:54: hast du noch irgendwas was du los werden möchtest?

00:23:57: Man kann vielen Menschen in Betel Danke sagen die mich auf diesen ganzen Jahren begleitet haben.

00:24:02: aber Ich bin heute unser sehr vergesslicher Mensch, ich würde die Hälfte der Namen vergessen.

00:24:07: Deswegen einfach alle Danke schön dass es mit ihr nie ausgehalten habt.

00:24:11: Alle die sich jetzt angesprochen fühlen danke schön und danke fürs zuhören.

00:24:18: Tschüss!

00:24:21: Das war Jetzt ist Deine Zeit.

00:24:23: Der Biddler Podcast Alles über dein freiwilliges Jahr zur Orientierung zwischen Schule und Beruf Mit Gastgeberin Kathleen Knost.

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